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Michael Friedrich Vogt (* 16. Dezember 1953 in Kassel) ist ein deutscher Journalist und Dokumentarfilmer. Vogt war von 1998 bis 2007 Honorarprofessor am Institut für Journalistik der Universität Leipzig im Bereich Public Relations und Kommunikationsmanagement. Heute wirkt er als Moderator bei Alpenparlament.tv mit.

Leben Edit

Michael Vogt wuchs in Kassel auf, besuchte ab 1960 die Grundschule und ab 1964 das Wilhelmsgymnasium, wo er 1972 das Abitur ablegte. Von November 1972 bis Dezember 1980 studierte er Germanistik, Politikwissenschaft und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Vogt wurde 1979 mit seiner Arbeit Die Anthropologie bei Karl Marx und Friedrich Engels: Konsequenzen eines normativen Menschenbildes zum Dr. phil. promoviert.

Als Student engagierte sich Vogt politisch und wurde im Wintersemester 1972/1973 Mitglied der Burschenschaft Danubia München; 1977 war er ihr Vorsitzender und Sprecher.[1] Vogt war 1973 und 1974 Mitglied des Hochschulpolitischen Ausschuss (HpA)[1], eines Gremiums der Deutschen Burschenschaft, das laut Dietrich Heither „seit Mitte der siebziger Jahre als ‚Durchlauferhitzer‘ für rechtsextremes Gedankengut“ fungierte.[2] 1976 war er Beisitzer im Hauptausschuss der Deutschen Burschenschaft, und 1977 wurde er ihr Vorsitzender und Sprecher.[1] Vogt wurde später Mitglied des Rings Freiheitlicher Studenten,[2] der 1979 auf Initiative des HpA in der Bundesrepublik gegründet wurde und „stark neofaschistische Tendenzen“ aufwies. Im Zuge eines zeitweiligen Aufenthalts in Köln wurde er 1980 Mitglied der Burschenschaft Germania Köln.[3]

Anfang der 1980er Jahre arbeitete er für Lübbe-TV unter der Chefredaktion von Wolfgang Venohr.[4] Zusammen mit Venohr produzierte er Dokumentarfilme, unter anderem 1983 den Zweiteiler Warum die Deutschen Hitler wählten beziehungsweise Warum die Deutschen Hitler folgten, und zusätzlich im gleichen Jahr mit Alfred de Zayas einen Film über alliierte Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg, Kriegsverbrechen 1939 bis 1945 Teil I und Teil II.

In späteren Jahren folgten weitere Produktionen für unterschiedliche Auftraggeber, neben Filmen rund um die Thematik Ernährung und Wellness (unter anderem Pro7 und n-tv), auch umstrittene Beiträge wie 2002 Nemmersdorf 1944: Die Wahrheit über ein sowjetisches Kriegsverbrechen oder 2004 zusammen mit dem Geschichtsrevisionisten Olaf Rose Geheimakte Heß, Geschichte und Hintergründe der gescheiterten deutsch-englischen Friedensverhandlungen. Diesem Film liegen die Thesen des britischen Autors Martin Allen über den Heß-Flug zu Grunde, die auf gefälschten Papieren im britischen Nationalarchiv beruhen.

Von 1998 bis 2007 war Vogt Honorarprofessor am Institut für Journalistik der Universität Leipzig im Bereich Public Relations. Nach Rechtsextremismus-Vorwürfen,[5] welche Vogt dementierte, wurde sein Lehrangebot nicht mehr angenommen. Bei den Vorwürfen ging es hauptsächlich um seine Filmproduktion Geheimakte Heß und um ein „dubioses Treffen am 25. September in Straßburg“, zu dem die rechtsextreme Fraktion Identität, Tradition, Souveränität (ITS) im Europäischen Parlament eingeladen hatte und an der Vogt teilgenommen haben soll.[6][7]

Ab 2007 trat er als freier Mitarbeiter bei Jan Udo Holeys Internetsender Secret-TV in Erscheinung. Für die Firma Nuoviso interviewte er Heinz Dieterich, Universität Mexiko-Stadt, zu dessen in Lateinamerika erfolgreichem Buch Socialismo del Siglo XX (dt. Sozialismus des 21. Jahrhunderts).

Heute ist er Gesellschafter des Schild-Verlages in Elbingen. Außerdem moderiert er bei Alpenparlament.tv und betreibt einen eigenen Internet-Sender Quer-Denken.TV als Organ der sogenannten Wahrheitsbewegung.

2012 veröffentlichte Vogt in den Burschenschaftlichen Blättern ein „Manifest zur revolutionären Neuordnung“, in dem er die Abschaffung des Parteienstaats, die Herstellung wirklicher Volksherrschaft und den Austritt aus Nato und Euro-Zone fordert. Nach Auffassung Vogts handele es sich bei der Bundesrepublik um ein im Niedergang befindliches System, das sich in einer vorrevolutionären Phase befinde. Die Bundesregierung sah in diesen Äußerungen Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen.[8] Ebenfalls im Jahr 2012 initiierte Vogt – gemeinsam mit Jo Conrad – das Projekt Aufbruch Gold-Rot-Schwarz. Ziel des Projektes ist insbesondere, jene Gruppen zu vereinen, die, wie etwa die kommissarischen Reichsregierungen, Existenz, Souveränität und Legitimation der Bundesrepublik Deutschland bestreiten.[9]

Veröffentlichungen Edit

  • (gemeinsam mit Olaf Rose):Geheimakte Heß, Geschichte und Hintergründe der gescheiterten deutsch-englischen Friedensverhandlungen – Langfassung der n-tv Dokumentation, DVD, ISBN 3-937163-51-4.
  • Weg in die Freiheit: Deutschlands Aufbruch 2012 – urburschenschaftliches Manifest zur revolutionären Neuordnung. In: Burschenschaftliche Blätter 2/2012.
    (Vgl. dazu Vogt im Netz: Deutschland-Konferenz Gold-Rot-Schwarz, Aufbruch 2012. „Der Weg in die Freiheit aus dem Zustand tiefster Erniedrigung: Manifest zur tatsächlichen Neuordnung Deutschlands“)
  • politisch unkorrekt: unbequeme Tatsachen und gefährliche Wahrheiten, die man nicht mehr aussprechen darf! Ama Deus Verlag, Fichtenau 2012, ISBN 978-3-938656-60-0 (mit Michael Morris, Andreas Popp, Johann Georg Schnitzer, Stefan Erdmann, Ben Morgenstern, Johannes Holey, Jan van Helsing (Jan Udo Holey), Rudolf Passian)

Weblinks Edit

Einzelnachweise Edit

  1. 1.0 1.1 1.2 Burschenschaftliche Blätter 1977, S. 162
  2. 2.0 2.1 Dietrich Heither, Blut und Paukboden: eine Geschichte der Burschenschaften, Fischer Verlag 1997, S. 231
  3. Hans-Joachim Loose, Kölner Burschenschaft Germania 1920–1980: Geschichte und Mitgliederverzeichnis der Kölner Burschenschaft Germania, 1980, S. 340
  4. Magret Feit, Die „Neue Rechte“ in der Bundesrepublik, Campus Verlag 1987, S. 191 und 176
  5. Christoph Giesen, Honorarprofessor unter Rechtsextremismus-Verdacht. In: Unispiegel vom 12. November 2007
  6. Uni Leipzig feuert umstrittenen Honorarprofessor. In: Spiegel Online vom 23. November 2007
  7. Ursula Pidun, Umstrittene Persönlichkeiten: Im Gespräch mit Prof. Dr. Michael Vogt. In: Spreerauschen.net vom 26. Juli 2009
  8. Florian Diekmann und Oliver Trenkamp, Rechtsextreme Burschenschafter: Träumen von der Revolution. In: Spiegel Online vom 23. November 2012 (abgerufen am 22. Dezember 2012)
  9. Konferenz der anderen Art in der Stadthalle Alsfeld. In: Oberhessische Zeitung (Lokalausgabe Alsfeld) vom 8. November 2012

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Template:SORTIERUNG:Vogt, Michael Kategorie:Kommunikationswissenschaftler Kategorie:Medienwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig) Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Autor Kategorie:Geschichtsrevisionismus Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Mann

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